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Düngen nach Bestandesbeurteilung

Die Düngermenge sowie Wahl des Düngers richten sich in erster Linie nach der Bestandesentwicklung der Kulturen. Grundsätzlich sind bei schlecht entwickelten Beständen höhere Startgaben und Dünger mit Nitratanteil (NAC, KAS) zu empfehlen. Entscheidend für die zielgerichtete Andüngung im Frühjahr ist eine Beurteilung der Entwicklung, Bestandesdichte, Bodenverhältnisse und die Wahl der richtigen Düngerform. Die Düngeform ist entscheidend für die Wirksamkeiten. Nachfolgende

 

Tabelle: Zusammensetzung wichtiger Stickstoffdünger

 N-Gehalt  NAC  Harnstoff AHL  Ammonsulfatsalpeter (ASS) 
 N - Gehalt (%)   27     46   30    26 
 N als Nitrat (%)  50    25  30
 N als Ammonium (%)  50    25  70
 N als Amid (%)    100  50  
 

Bei Wirtschaftsdüngern ist noch mehr auf die Befahrbarkeit des Bodens zu achten. In der Praxis hat sich eine mineralische Andüngung zum Ankurbeln der Vegetation ("Priming Effekt") bewährt. Gülle ist ein wertvoller Dünger und sollte anschließend (vor Schossen) eingesetzt werden (vgl. Vortrag Kastenhuber, Wasserschutztagung 2009). Entscheidend ist eine ausreichende Güllelagerkapazität!

 

Tabelle: Orientierungstabelle für die Andüngung unter Berücksichtigung der Düngungstermine, Düngerarten, Düngehöhen und Mengen.

 Kultur 

Entwicklung 

 Düngetermin1

 Stickstoffmenge [kg N/ha]4

Gülle [m³/ha]5 

NAC [kg/ha] 

Piammon S [kg/ha] 

Harnstoff [kg/ha] 

 Wintergerste2

 1 HT + 3 ST

 16. Feb.

 30 - 50

 13,5 - 22,5

 110 - 180

 90 - 150

 65 - 108

 Winterweizen

 ohne ST

 1. März

 bis 50

 22,5

 bis 180

 bis 150

 bis 108

 1 ST

 1. März

 40

 18

 bis 148

 bis 120

 bis 87

 2 od. 3 ST

 1. März

 30

 13,5

 bis 110

 bis 90 

 bis 65 

 Triticale

 1 - 3 Blätter

 1. März

 30 - 40

 13,5 - 18

 110 - 150

 90 - 120

 65 - 87 

 1 HT 1 ST

 1. März

 20 - 30

 9 - 13,5

 74 - 110

 60 - 90

 43 - 65

 Winterraps3

 6 - 8 mm

 16. Feb. 

 bis 70 

 bis 31 

 -6 

 bis 210

 bis 150

 8 - 10 mm

 16. Feb.

 40 bis 50 

 18 - 22,5

 -6

 120 - 150

 87 - 108

 10 - 15 mm

 16. Feb.

 bis 40

 bis 18

 -6

 bis 120

 bis 87

HT...Haupttrieb; ST...Seitentrieb

1 frühest möglicher Düngetermin = Ausbringverbotsende aus Grundwasser 2010

2 bei mehrzeiligen Beständen kann die angegebene Düngehöhe um ca. 10 kg Stickstoff reduziert werden.

3 Entwicklung nach Wurzelhalsdurchmesser in mm: Wurzelhalsdurchmesser entspricht der Anzahl der gebildeten Blätter

4 die angeführten Stickstoffmengen beziehen sich auf jahreswirksamen Stickstoff

5 bei der Berechnung der Güllemenge wurde Schweinegülle mit 3 kg Stickstoff ab Lager/m³ unterstellt Ausbringverluste (13 %) und die Jahreswirksamkeit (85 %) wurden berücksichtigt

6 Düngerart nicht empfohlen

 

Düngung zur Zwischenfrucht - kein Muss!

Eine Düngung der Zwischenfrüchte ist erlaubt, wenn die Folgekulturen keine Leguminosen oder Blühflächen sind. Jedoch sollte eine Düngung überlegt werden, denn die höchsten Verluste an Stickstoff treten über die Wintermonate auf. Die Versuche der Wasserschutzberatung zeigen, dass eine Düngung der Zwischenfrüchte nicht notwendig ist. Für eine entsprechende Entwicklung der Zwischenfrüchte ist ein früher Anbauzeitpunkt Grundvoraussetzung. Es ist besser, man gibt die Düngung zur folgenden Hauptkultur.

 

 

          

 


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