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Wirtschaftdünger
Im Vergleich zu Mineraldüngern ist die Wirkung von Wirtschaftsdüngern schwieriger einzuschätzen. Gesetzliche Sperrfristen, ungünstige Witterungsverläufe, etc. zwingen Betriebsführer oftmals zur Ausbringung zu ungeeigneten Zeitpunkten. Möglichst genaue Kenntnisse über Nährstoffanteil und Wirksamkeiten sind wichtig. Durch Gülle, Mist und Jauche stehen aber auch Betriebsmittel zur Verfügung, die v.a. in Zeiten hoher Mineraldüngerpreise wertvoll sind.
Inhaltstoffe
Gülle beispielsweise kann durchaus als Volldünger gesehen werden. Neben Stickstoff sind wichtige Nährstoffe wie Phosphor, Schwefel, Kalium, Magnesium und eine Reihe an Spurenelementen enthalten. Der Phosphoranteil von Stallmist beispielsweise wird im ersten Jahr zu 60 Prozent und im Folgejahr zu 40 Prozent wirksam. Zu erwähnen ist auch die gute Humuswirkung von Stallmist.
Gülleart
N feldfallend
P2O5
K2O
Milchviehgülle unverdünnt
3,4 kg
2 kg
6,5 kg
Verhältnis N:P:K
1
0,6
1,9
Mastrindergülle unverdünnt
4,5 kg
2,5 kg
5 kg
Verhältnis N:P:K
1
0,6
1,1
Zuchsauengülle 1:1 verdünnt
2,8 kg
2,2 kg
2 kg
Verhältnis N:P:K
1
0,8
0,7
Mastschweinegülle Basis MKS - CCM
4,5 kg
3,5 kg
3,5 kg
Verhältnis N:P:K
1
0,8
0,8
Wirksamkeit von Wirtschaftsdünger
Vor allem der Ammoniumanteil ist für die kurzfristige Düngewirkung entscheidend. Unter sehr ungünstigen Bedingungen können Verluste bis zu 100 Prozent entstehen. Ammonium wird innerhalb von zwei bis sechs Wochen (temperaturabhängiger Prozess) in Nitrat umgewandelt.


Stickstoffbegriffe im Überblick: N ab Lager; Nff (feldfallend); Njw (jahreswirksam)
Lagerung
Aus Gründen des Wasserschutzes wäre eine Erhöhung des Lagerraumes über die gesetzlichen Vorgaben hinaus günstig. Durch erhöhte Lagerkapazitäten können ungünstige Witterungsperioden umgangen werden bzw. eine gute Bestandeslenkung der Kulturen erreicht werden.
Verlustminimierung
Da Wirtschaftsdünger sehr anfällig für Stickstoffverluste ist, ist auf die Organisation bei der Gülleausbringung und die Ausbringtechnik zu achten. Die Ausbringung soll an einem Tag mit günstigen Bedingungen (keine intensive Sonneneinstrahlung) erfolgen. Ferner sind Verbringungen am Morgen und am Abend sowie bei leichtem Regen günstig. Eine Gülleverdünnung beispielsweise erweist sich für eine Verlustminimierung ebenso günstig wie eine gut durchdachte saisonale Planung des Hofdüngereinsatzes. Speziell bei der Ausbringung von Gülle und Jauche sollte auf Prallkopf- und Pralltellertechnik verzichtet werden und statt dessen einer bodennahen Ausbringung (Schleppschlauch, etc.) der Vorzug gegeben werden
