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Zwischenfruchtbau - Ein wichtiger Beitrag zum Grundwasserschutz

 

Der Zwischenfruchtbau ist ein wichtiges Glied in einer nachhaltigen, gewässerschonenden Landwirtschaft. Wenngleich die Winterbegrünung der Ackerflächen bei den meisten Betrieben Standard ist, gibt es noch Optimierungspotential.

Die Oö. Wasserschutzberatung befasst sich seit dem Jahr 2001 intensiv mit dem Thema. Durch Versuche, Demoparzellen und Praxiserfahrungen werden laufend die Vor- und Nachteile des Zwischenfruchtbaus erforscht und neue Kulturen und Mischungen getestet.

 

Leistungen des Zwischenfruchtbaus:

  • Nährstoffspeicherung und Nährstoffaufschluss - Reduktion der Auswaschung

Zwischenfrüchte können Nitrat und andere Nährstoffe aus dem Boden in ihre Biomasse aufnehmen und speichern. Dadurch werden diese vor der Auswaschung in das Grundwasser geschützt und stehen für die Folgekulturen wieder zur Verfügung.

 

  • Stickstoffsammlung

Leguminosen (Klee, Luzerne, Ackerbohne, etc.) haben die Eigenschaft durch Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Luftstickstoff zu binden. Für die Folgekulturen steht dann zumeist ein hoher Stickstoffpool zur Verfügung welcher bei der Düngung beachtet werden muss.

 

Zwischenfrucht

 

Gut entwickelte Zwischenfruchtbestände speichern und konservieren Nährstoffe und bereichern das Landschaftsbild

 

  • Bodenverbesserung

Die Zwischenfruchtkulturen wirken in mehrerlei Hinsicht boden- bzw. gareverbessernd. Durch ihre Wurzeln lockern sie den Boden auf und schaffen eine gute Bodengare. Gleichzeitig wird durch die Bodenbedeckung ein positives Mikroklima für Bodenorganismen erzeugt und Bodenaufbau betrieben.

  • Erosionsschutz

Zwischenfruchtbestände schützen den Boden vor Wind- und Wasserabtrag. Durch die Förderung der Bodengare wird der Boden stabiler und ist dadurch weniger erosionsgefährdet.
Unkrautregulierung
Durch eine vollständige Bodenbedeckung wird das Aufkommen von Unkräutern verringert.
Rinderhaltende Betriebe können die Begrünungen auch oft als Futterreserve nützen.
Verschönerung der Landschaft - Nutzen für die Gesellschaft
Letztlich ist Zwischenfruchtbau auch aktive Landschaftsgestaltung und stellt somit eine Leistung des Landwirts für die Gesellschaft dar.

Mögliche Probleme des Zwischenfruchtbaus:

 

  • Ausfallgetreide/Verunkrautung

Wenn vor dem Zwischenfruchtbau keine ausreichende Ausfallgetreidebekämpfung erfolgt, oder der Zwischenfruchtbestand lückig oder unzureichend entwickelt ist, kann es zu Problemen mit Ausfallgetreide und Unkraut kommen.

  • Schnecken, Mäuse, Laufkäfer, etc.

Durch die längere Bodenbedeckung durch die Zwischenfrucht werden gewisse Schädlinge gefördert. Das kann in manchen Jahren schlagbezogen zu einem Problem werden. Generell profitieren jedoch diese Schädlinge durch andere Änderungen in der Bewirtschaftung (Reduzierung der Bodenbearbeitung, Ausweitung von Rapsflächen, etc.) wesentlich stärker als vom Zwischenfruchtbau.

  • Fruchtfolgekrankheiten und -unverträglichkeiten

Zwischenfrüchte können Fruchtfolgekrankheiten übertragen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll auch bei den Zwischenfrüchten Grundregeln der Fruchtfolge einzuhalten.

Die meisten Probleme des Zwischenfruchtbaus können durch eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung hintangehalten werden.

Grundsätze und Überlegungen zum Zwischenfruchtbau

 

  • Frühzeitiger Anbautermin

Der Anbau von Zwischenfruchtkulturen ist nur dort sinnvoll, wo für eine gute Entwicklung noch ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

  • Einplanung in die Fruchtfolge

Es ist darauf zu achten, dass Zwischenfrucht und Hauptkultur nicht aus der gleichen Pflanzenfamilie kommen, da dadurch "grüne Brücken" für Schädlinge und Krankheiten geschaffen würden. z.B. kein Senf in eine Fruchtfolge mit Raps

  • Bodenbearbeitung und Aussaat

Die Bodenlockerung bzw. Pflugfurche in den Sommer vorzuverlegen hat den großen Vorteil, dass der Boden besser befahrbar ist und somit die Gefahr einer "nassen" Herbstfurche nicht gegeben ist.
Bei der Aussaat ist auf die unterschiedlichen Ansprüche der Kulturen zu achten.

Auswahl der Kulturen
Die Auswahl der Kulturen wird sich in erster Linie nach den Erfordernissen des Betriebs orientieren.

  • Anbau von Mischungen

Durch den Anbau von verschieden tief wurzelnden Zwischenfrüchten kann die Bodenstruktur verbessert und die Nährstoffe in verschiedenen Bodenschichten erschlossen werden. Gemenge haben meist höhere und sicherere Biomasseerträge als Reinsaaten, da vorhandene Ressourcen (Licht, Wasser, etc.) besser verwertet werden. Diese Biomasse dient dem Bodenleben als Nahrungsquelle und wird zu Humus umgewandelt.

In den vergangenen Jahren haben wir uns mit folgenden Themen im Bereich Zwischenfruchtbau beschäftigt:

 

  • Neue Zwischenfruchtkulturen (Kresse, Pigmentplatterbse, Meliorationsrettich, etc.) und Mischungen
  • Reduktion der Nitratauswaschung ins Grundwasser durch Zwischenfrüchte
  • Nährstoffspeicherung der Zwischenfrüchte in der oberirdischen Pflanzenmasse
  • Kosten des Zwischenfruchtanbaus und mögliche Einsparungspotentiale
  • Untersaaten als Zwischenfrucht (in Getreide, Mais)
  • Zwischenfrüchte für Biogasnutzung
  • Phytosanitäre Wirkung von Zwischenfrüchten

Diagramm ZWF

Zwischenfrüchte (v.a. Mischungen) bilden sehr viel oberirdische Substanz - wie unsere Versuche zeigen. Dieses steht zur Humusbildung und als Nahrung für das Bodenleben zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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