Fachthemen >> Boden & Humus
Bodenfruchtbarkeit und Gewässerschutz
Fruchtbare Böden sind nicht nur die Basis für eine erfolgreiche Pflanzenproduktion. Sie sind auch Garant für effektiven Gewässerschutz. Fruchtbare Böden lassen sich folgendermaßen charakterisieren:
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aktives, vielfältiges Bodenleben
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gute Bodenstruktur
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gut mit Humus versorgt
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hohe und sichere Pflanzenerträge (auch ohne intensiven Betriebsmitteleinsatz)
Ganzjährige Pflanzendecke
Boden und Pflanze sind aufgrund ihrer vielfältigen Wechselbeziehungen aufeinander angewiesen. Sie ergänzen und fördern sich gegenseitig. Eine möglichst ganzjährige Pflanzendecke ist daher nicht nur aus Sicht des Gewässerschutzes sondern auch für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit von besonderer Bedeutung. Ein durchwurzelter und mit Pflanzen bedeckter Ackerboden ist vor Erosion und Verschlämmung optimal geschützt. Die Gefahr des Nährstoffaustrags in Bäche, Flüsse oder Seen wird dadurch auf ein Minimum reduziert.

Zwischenfrüchte und Untersaaten machen eine ganzjährige Pflanzendecke möglich und bieten optimalen Boden- und Gewässerschutz.
Lebendige Böden
Die Leistungen des Bodenlebens sind vielfältig. Beispiele sind:
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Mineralisation - Aufbau von Humus
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Bildung stabiler Krümelstrukturen
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Lockerung des Bodens
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Ernährung der Pflanzen
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Stickstofffixierung, Umwandlung von Stickstoff (zB Ammonium in Nitrat)
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Abbau von Schaderregern, Pestizidwirkstoffen, Schadstoffen, ua.
Das Bodenleben macht unsere Böden zu etwas Lebendigem. Es nimmt viele essentielle Aufgaben im Boden wahr und ist Produzent, Mittler und Träger der Bodenfruchtbarkeit zugleich. Alle Maßnahmen die das Leben im Boden fördern, steigern zugleich die Bodenfruchtbarkeit.

Nur lebendige Böden sind fruchtbare Böden!
Quelle: ©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan
Humusreiche Böden
Humus ist ein zentrales Element für die Bodenfruchtbarkeit. Durch Humusaufbau kann die Bodenstruktur, das Bodenleben und das Pflanzenwachstum gezielt gefördert werden. Humus ist für die Wasser- und Nährstoffspeicherung im Boden wesentlich und dient als Lebensraum und Nahrungsquelle für das Bodenleben. Die erhöhte Speicher- und Filterwirkung in gut mit Humus versorgten Böden verringert den Austrag von Nährstoffen und Pestiziden in Grund- und Oberflächengewässer.
Gute Bodenstruktur
Böden, die eine gute Bodenstruktur aufweisen, sind in der Lage große Regenmengen in kurzer Zeit aufzunehmen. Dadurch verringert sich die Gefahr der Bodenerosion deutlich. Eine gute Bodenstruktur beschleunigt außerdem die Bodenerwärmung, schafft günstige Lebensbedingungen für Pflanzenwurzel und Bodenleben und ist für eine funktionierende Nährstoffnachlieferung im Boden entscheidend. Durch die Verbesserung der Bodenstruktur kann daher das Pflanzenwachstum und die Ertragssicherheit des jeweiligen Standorts erhöht werden. Die Intensität bei Düngung und Pflanzenschutz kann hingegen ohne Ertragseinbußen reduziert werden.

Eine gute Bodenstruktur fördert das Pflanzenwachstum und verringert die Erosionsgefahr.
Reduzierte Bodenbearbeitung
Um dauerhafte, stabile Bodenstrukturen aufzubauen braucht der Boden Zeit. Eine häufige und intensive Bodenbearbeitung steht dem entgegen. Das Credo für die Bodenbearbeitung sollte daher lauten: weniger oft, weniger tief, weniger intensiv! Die Bearbeitung des Bodens fördert zudem die Mineralisation, d.h. den Humusabbau. Auf humusreichen Ackerböden, aber insbesondere beim Umbruch von Grünlandflächen, mehrjährigen Ackerkulturen bzw. Blühflächen können dabei große Mengen an Nährstoffen (Stickstoff!) freigesetzt werden. Um in diesem Zusammenhang eine verstärkte Nitratauswaschung zu vermeiden, sollte der Umbruchzeitpunkt so gewählt werden, dass die neu bestellte Kultur den Stickstoff aufnehmen und verwerten kann.
Mit Direktsaat oder Verfahren der Minimalbodenbearbeitung können große Mineralisationsschübe im Boden vermieden werden.
